Glyphosat: Tükisches Gift ORF WELTjournal

9.3.2016: Am 7. März 2016 – deutlich früher als geplant – sollten die EU-Staaten über die Wiederzulassung des Pestizids Glyphosat für mindestens weitere zehn Jahre abstimmen. Die positive Meldung: Es kam jedoch zu einer Verschiebung der Entscheidung, da sich offenbar keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten abgezeichnet hat. Die traurige Nachricht: Österreich stimmte laut den Grünen für eine Zulassung!

Siehe dazu folgende Artikel:
https://www.gruene.at/ots/lunacek-wichtiger-erfolg-von-zivilgesellschaft-und-gruenen-gegen-glyphosat-zulassung
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europaeische_union/805168_Glyphosat-Abstimmung-verschoben.html

Der Kampf ist noch nicht gewonnen – der nächste Abstimmungsversuch wird kommen. Wir müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass der öffentliche Druck nicht nachlässt!! Das kannst du persönlich tun:


Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen - 
Werden Millionen Menschen weltweit mit Glyphosat schleichend vergiftet?

Glyphosat ist das weltweit meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel und in Europa das am weitesten verbreitete Herbizid. Es wird eingesetzt in Parkanlagen, auf Bahngleisen, in Gärten aber vor allem in der industriellen Landwirtschaft wird der Stoff großflächig versprüht. Ursprünglich wurde Glyphosat fast ausschließlich eingesetzt, um den Acker vor der neuen Aussaat unkrautfrei zu machen. Später ging man dazu über auch die – aus ökologischer Sicht sinnvollen - Gründüngungen zwischen zwei Hauptkulturen anstatt mit dem Pflug mit Glyphosat zu beseitigen. Zunehmend wird seit inigen Jahren Glyphosat auch zum „Totspritzen“ von Getreide kurz vor der Ernte eingesetzt, eine Praxis, die unter der euphemistischen Bezeichnung „Sikkationsspritzung“ (Trocknungsspritzung) auch in Österreich vermehrt Einzug hält. Ziel dieser Spritzung ist, das Getreide rasch und gleichmäßig trocken zu bekommen, und so den Erntevorgang und die Lagerung zu erleichtern. In Deutschland wird Glyphosat auf rund 39 Prozent aller Ackerflächen bzw. auf 4,3 Millionen Hektar gespritzt. In Österreich hat das Landwirtschaftsministerium genaue Zahlen über die Einsatzflächen bislang nicht veröffentlicht. Die Hälfte der weltweit vertriebenen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat geht auf das Konto von Monsanto. Andere Agro-Chemiekonzerne wie Syngenta, BASF, Bayer und Dow vermarkten ihre eigenen Glyphosat-Produkte.

Schon seit längerem besteht der Verdacht, dass dieses Pflanzengift auch für Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen verantwortlich sein könnte - bei Nutztieren, aber auch bei Menschen. Aktuelle Tests durch das Umwelt-Netzwerk Friends of the Earth haben nun Glyphosat im menschlichen Körper nachgewiesen. 182 Urinproben von Menschen aus 18 europäischen Ländern wurden in einem unabhängigen Labor in Deutschland auf Glyphosat und seinen Metaboliten AMPA untersucht. In 45 Prozent aller Proben wurde Glyphosat nachgewiesen. Die getesteten Personen sind im Alter von 15 bis 65 Jahren, leben im urbanen Raum, verwenden nach eigenen Angaben keine Glyphosat-hältigen Unkrautvernichtungsmittel und ernähren sich nicht überwiegend von Bio-Lebensmitteln. Den höchsten Anteil belasteter Testpersonen hatte Malta mit 90 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 80 Prozent, Polen und Ukraine mit 70 Prozent, Belgien mit 64 Prozent, Holland mit 63 Prozent, Tschechien und Zypern mit je 60 Prozent, Lettland mit 55 Prozent, Spanien mit 50 Prozent, Frankreich, Kroatien und Ungarn mit 40 Prozent, Österreich und Georgien mit 30 Prozent, der Schweiz mit 17 Prozent und Mazedonien mit 10 Prozent.

Heidemarie Porstner, Landwirtschaftssprecherin von GLOBAL 2000, erklärt: „Dass Österreich mit dreißig Prozent belasteten Personen im besseren Drittel liegt, ist aber noch lange kein Anlass zur Freude, da Pestizide in unserem Körper grundsätzlich nichts verloren haben. Dennoch darf darüber spekuliert werden, ob der Bio-Anteil in Österreichs Landwirtschaft, der im europäischen Vergleich der höchste ist, zu dem Ergebnis beigetragen hat.

Aber es gibt noch viele andere bedenkliche Stoffe in unserem Essen wie z.B. Insektizide, die meist Nervengifte sind und damit ein noch größeres Gefahrenpotential darstellen ....

Die Doku wurde am 17.2.2016 im Weltjournal+ im ORF2 ausgestrahlt. 

Quellen & weitere Infos:
ORF WELTjournal
www.global2000.at



Letzte Änderung amSamstag, 12 März 2016 11:17

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