BAUER UNSER

BILLIGE NAHRUNG - teuer erkauft! BAUER UNSER bewegt die Menschen und ist erfolgreichster Dokumentarfilm seit LET´S MAKE MONEY. 

Bereits 3 Tage nach seinem Start am 11.11.16 hat der Dokumentarfilm von Robert Schabus (inkl. Previews in der Woche davor) 12.071 Besucher und Besucherinnen ins Kino gebracht. Vor allem in den ländlichen Regionen wurden die Kinos gestürmt. Der Film ist zum Start somit in jene Zuschauerdimensionen vorgedrungen, die bisher den Filmen von Erwin Wagenhofer (WE FEED THE WORLD, LET´S MAKE MONEY, ALPHABET) vorbehalten blieben. Auch die Produktionsfirma Allegro Film setzt damit ihre großen Erfolge im Dokumentarfilmbereich fort.

Wie die Zuschauerzahlen zeigen und wie sich in zahlreiche Diskussionsveranstaltungen bestätigt hat, trifft der Film einen Nerv. „Billige Nahrung – teuer erkauft“ ist der Untertitel dieses Films, und am Beispiel der österreichischen Bauern zeigt Regisseur Robert Schabus ebenso plausibel wie eindrucksvoll, welche Auswirkungen eine weltweit ungebremste wirtschaftsliberale Politik für die Bauern, für uns Konsumenten, für die Umwelt und für die Landwirtschaft in der Dritten Welt hat. 

Der Dokumentarfilm zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Schabus bleibt vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So wird es nicht weitergehen. Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.

Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren – ohne radikale Umstellungen. Einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel. Am Rande zeigt der Film auch ein weitgehend hilfloses oder arrogant-abgehobenes Politikverständnis auf Ebene der EU-Kommission und ist damit ein weiterer Diskussionsanstoß zur Frage, warum sich zornige und frustrierte Wählerinnen und Wähler zunehmend von der europäischen Idee ab- und rechtspopulistischen Demagogen zuwenden.

BAUER UNSER ist ein sehenswerter Film, der zeigt, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Vorarlberger Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Weinviertler Bio-Schafzüchterin Maria Vogt händisch Schafe melkt und frohlockt "Hey, es geht ja auch ganz anders!"

BAUER UNSER ist ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als KonsumentIn das Bekenntnis abzulegen: „Bauer unser“.

Quelle & weitere Infos wie z.B. Kinofinder
www.filmladen.at/bauer.unser

Letzte Änderung amMittwoch, 16 November 2016 17:40

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