Biomöbel-Kriterien

Wenn Sie Bio-Möbel kaufen möchten, sollten Sie u.a. Folgendes beachten:

Material:
Das Möbelstück muss aus massivem Holz gefertigt sein. Dazu zählen auch Leimholz- oder Dreischichtplatten, Multiplex- oder furnierte Tischlerplatten, sofern sie kein Tropenholz enthalten. Laminate aus mehreren Furnieren oder Sperrholz für Rückwände und Schubladenböden sind ökologisch sinnvoll, da an diesen nicht-sichtbaren Stellen kein wertvolles massives Holz benötigt wird.

Metalle verändern das natürliche Erdmagnetfeld. Bettgestelle und Lattenroste sollen daher weitestgehend metallfrei verarbeitet sein, um keine Magnetfeld-Anomalien zu erzeugen, die den Schlaf stören könnten.

Das verwendete Holz sollte aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft, zumeist aus Europa kommen.

Verleimung:

In umweltgerechten Fabriken verwendet man Weißleim, welcher keine Schadstoffe enthält, die ausdünsten könnten. Weißleim muss jedoch länger trocknen als synthetische Leime, dadurch wird das Möbelstück teurer. Vorsicht bei verleimtem Massivholz: Enthält der Leim starke Lösungsmittel, ist die Ausdünstung sogar noch stärker, als bei den viel gescholtenen Spanplatten.

Ölung/Wachsung:
Oberflächen von Holzmöbeln werden nicht lackiert, sondern mit Lasuren, Naturharzölen und Wachsen auf natürlicher Basis behandelt, z.B. Leinöl, Rapsöl, Bienenwachs. Die dadurch offenporige Oberfläche kann einen positiven Beitrag zum Raumklima leisten (Filterwirkung von Schadstoffen, Regulierung der Luftfeuchtigkeit). Das ist zum einen gesünder, zum anderen glänzt die Oberfläche, zieht weniger Staub an, Flecken und Kratzer sind mit Öl einfach zu entfernen.

Polster-Füllung:
Bio-Polster sind nicht mit Kunststoff (z.B. synthetischem Vlies) gefüllt, sondern mit Kokos, Kautschuk-Latex, Kapok, Schafschurwolle, Hirseschalen oder Stroh. Zum Teil wird die Füllung vorher erhitzt um Milben zu verscheuchen. Beim Kauf von Latexmatratzen und -polster sollte darauf geachtet werden, dass Latex mit einem möglichst hohen Anteil an Naturkautschuk (mindestens 95%) verwendet wurde. Die Materialien dürfen nicht mit Motten- und Flammschutzmitteln behandelt sein, der Einsatz von Klebern oder synthetischen Nähgarnen darf nur minimal sein.

Textilien und Poster-Bezüge:
Viele Erwartungen werden heute an die Bezugsstoffe für Polstermöbel gestellt. Sie müssen lichtecht, reibecht, scheuerbeständig und hautverträglich sein, dürfen praktisch nicht anschmutzen und müssen sich am besten von alleine reinigen. Meistens werden synthetische Fasern verwendet, mit denen sich all diese Eigenschaften leicht verwirklichen lassen. Die neuen HighTech-Stoffe bieten denn auch allen erdenklichen Komfort bis hin zur individuell optimierten Wärmeanpassung – sie verschweigen aber, dass sie am Ende manchmal als Sondermüll entsorgt werden müssen.

Dabei gibt es genug Alternativen für Polsterbezugsstoffe aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe:

Pflanzlich: Baumwolle, Flachs/Leinen, Hanf, Ramie (China- Gras)
Tierisch: Leder (mit pflanzlichen Substanzen gegerbt), Wolle, Seide, Mohair

Die Stoffe dürfen nicht behandelt sein mit: Azofarbstoffe, Formaldehyd, Flammschutzmittel oder auch Mottenschutzmittel.

Aufgepasst: z.B. 100 % Baumwolle ist noch nicht zwingend bio!

Kriterien für Bio-Textilien:
-    Rohstoffe wie z.B. Fasern müssen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen
-    Verarbeitung nach strengen ökologischen Kriterien
-    Keine chemischen Rückstände aus der Landwirtschaft bzw. aus der Weiterverarbeitung
-    Verarbeitung in europäischen, vorwiegend österreichischen und deutschen Betrieben,
     am ökologischsten ist natürlich die heimische Fertigung
-    Veredelung mittels thermisch-mechanischen Verfahren
-    Soziale Arbeitsbedingungen

Wenig Sicherheit beim Kauf von konventionell hergestellten Möbeln!
Es gibt nur wenig Sicherheit beim Möbelkauf. Das bedeutet: der Gesetzgeber hat in weiten Teilen nicht festgelegt, was angeboten werden darf und was nicht. Anders als z.B. bei Spielzeug für Kinder, das sehr strengen Richtlinien unterliegt, ist bei Möbeln noch vieles erlaubt. Gesetzliche Einschränkungen, also echte Verbote, gibt es zur Zeit für den Formaldehyd-Gehalt von Möbeln. Der Hintergrund: Formaldehyd, das z.B. häufig in Leimen für Spanplatten steckt, kann nach neuester Einschätzung Krebs erregen und schon in geringen Mengen starke Beschwerden und allergische Reaktionen hervorrufen. Zwar sind für Textil- und Lederprodukte bestimmte krebserzeugende Azofarbstoffe verboten worden, doch betrifft das nicht den Einsatz der Textilien und Leder auf z.B. Polstermöbeln. PCP (Pentachlorphenol), das in den 70er Jahren für Holzschutzmittel verwendet wurde, ist mittlerweile für Spanplatten und Möbel über einen vom Gesetzgeber als unbedenklich eingestuften Grenzwert hinaus verboten.

 

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