Biogas - Tagesthema des letzten Wiener Solarstammtisches

Marktgemeinde Strem - Stromautark mit Biogas
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Biogasanlage Strem
70 Besucher kamen am 18. Februar 2010 zum Wiener Solarstammtisch ins Bierbeisl "Hopfenstange. Diesmal war  "Biogas" ein heißes Tagesthema. Bernhard Deutsch, Bürgermeister der Markgemeinde Strem zeigte in seinem spannenden Vortrag, wie mit einer raschen Energiewende in allen Gemeinden Wertschöpfung erhöht, Arbeitsplätze geschaffen und Lebensqualität verbessert werden können. Strem ist ein weiterer eindrucksvoller Beweis, dass die Landwirtschaft in der Lage ist, den gesamten Energiebedarf sauber und für immer zu decken und wurde als Klimaschutzgemeinde 2009 ausgezeichnet. Bürgermeister Deutsch ist tätig im Europäischen Zentrum für erneuerbare Energie (EEE) in Güssing. Mag. (FH) Herbert Daberger, einer der erfahrendsten Biogasanlagen-Experten in Österreich und Vorstand der BEB Bioenergie AG, war als fachkundiger Moderator im Einsatz.

Burgenland will bis 2013 stromautark sein und Strem zeigt jetzt schon wie es geht.


Die „Biogas Strem Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG“ betreibt seit November 2004 angrenzend zur Biomasseanlage der bäuerlichen Genossenschaft „Öko Energie Strem“ eine Biogasanlage mit einer Leistung von 500 kW.

Die Anlage produziert elektrische und thermische Energie aus nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Gras, Klee, Mais, Sonnenblumen. Die anfallende thermische Energie wird in das örtliche Fernwärmenetz, die elektrische Energie in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist. Die Biogasanlage Strem ist für die Entwicklung der Biogastechnologie von besonderer Bedeutung und ist eine Forschungs- und Demonstrationsanlage mit der wissenschaftlichen Betreuung von RENET-Austria. Diese kleine südburgenländische Gemeinde produziert bereits weit mehr Strom als in dieser Kommune verbraucht wird und ist damit Strom-Exporteur.

Leistung:
500 kW elektrisch, 600 kW thermisch
Produzierte Energie pro Jahr:
4.350 MWh elektrisch, 5.220 MWh thermisch
(entspricht der Versorgung von 1200 Haushalten elektrisch /40 Haushalten thermisch)

Aufgrund der Umstellung vieler landwirtschaftlicher Betriebe vom Vollerwerbsbetrieb zum Nebenerwerbsbetrieb wurde die Viehwirtschaft auf ein Minimum reduziert, die Wiesenflächen wurden durch den Wegfall der Viehwirtschaft nicht mehr genutzt und Ackerland in Prachen verwandelt, d. h., im engsten Umkreis um die Biogasanlage sind genügend Flächen für NAWAROs, die unter einer umweltschonenden landwirtschaftliche Bewirtschaftung wachsen können, vorhanden, um die gesamten benötigten Rohstoffe mit minimalem Transportaufwand bereitstellen zu können.

Grundwasserqualität verbessert
Die Grundwasserqualität in Strem wurde verbessert, da kein Kunstdünger mehr verwendet wird, sondern Gärreste aus der Biogasanlage, die die Bauern gratis als Dünger beziehen - im selben Ausmass als sie Grün-Schnitte anliefern.

Die Landwirte liefern aus 200 Hektar Gemeindefläche biogene Stoffe an die Biogas-Anlage.
Eine Tonne Gras-Silage wird mit 18 EURO, Mais-Silage mit 22 EURO vergütet, dies bringt den Bauern eine zusätzliche örtliche Wertschöpfung. In Strem wurde der Fernwärmepreis von 3,6 cent/kWh seit 2003 nicht erhöht und trotzdem war nach sechs Jahren die Fernwärmeanlage schuldenfrei.

http://www.oekoenergieland.at/index.php?option=com_ content&view=article&id=71&Itemid=29
http://www.oekoenergieland.at/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=50&Itemid=55

http://excursion.telesis.at/suedburgenland/module/demonstrations-und-forschungsanlagen/biogas-strem

Fakten & Pläne zur Region Güssing
  • In der Region Güssing gibt es nun im 1-Stunden-Takt einen Bus-Verkehr, betrieben mit Bio-Diesel.
  • Das EEE in Güssing erstellt für Mecklenburg-Vorpommern ein Energiekonzept.
  • In Lhasa/Tibet wurde eine Biogasanlage vom Typ wie in Strem errichtet.
  • In Güssing wurde eine Fischer-Tropsch-Synthese-Anlage errichtet, damit wird aus Holz wird Benzin, Diesel und Erdgas erzeugt.
  • Eine 8 MW-Photovoltaik-Solarstromanlage ist in Güssing geplant.
  • In Güssing entstanden binnen zehn Jahre 1900 Arbeitsplätze im Bereich der EE.
  • Pro Jahr kommen bereits bis zu 30.000 Besucher nach Güssing zu den täglichen Energie-Führungen in die EE-Anlagen. Auf Grund des steigenden Besucheransturm sind in 3-Stern und ein 4-Stern-Hotel geplant.
  • Im Raum Güssing soll die erste energieautarke Ferienregion entstehen. (Investor: Haselbacher, so wie auch Ing. Reinhard Koch, ein ehemaliger Handball-Profi)

Nächster Solarstammtisch: (seit 15. Dezember 1988 regelmässig an jedem 3.Donnerstag im Monat ab 18 Uhr)
Do., 18. März 2010, 18 Uhr, Bierbeisl Hopfenstange, A-1070 Wien, Kaiserstraße 12, Tel. +43(0)1/-522 83 51
Tagesthema: IRENA (Internationale Agentur für Erneuerbare Energien)
Referentin: Mag.phil.Mag.Dr.iur Irene Freudenschuss-Reichl www.bmaa.gv.at
Moderator: MR.DI Wolfgang Hein


Quelle & weitere Infos:
www.eurosolar.at/solarstammtisch.html

 

 

Letzte Änderung amSamstag, 20 Februar 2010 13:31

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