Es braucht ein ganzes Dorf

In allen Teilen der Welt entstehen derzeit Ökodörfer in Form von nachhaltigen Modell-Siedlungen. Von der Universität in Graz wissenschaftlich begleitet wird das in Österreich einzige derartige Projekt KEIMBLATT ÖKODORF.

„Das Ziel von Ökodörfern ist es, Nachhaltigkeit und hohe Lebensqualität zu vereinen.“, meint Ronny Wytek, Projektkoordinator von KEIMBLATT ÖKODORF. Dass eine derartige Innovation in Österreich einen hohen Bedarf an Grundlagenarbeit hat, darüber sind sich Herr Wytek und Herr Mag. Clemens Mader vom Regional Center of Expertise – Education for Sustainable Development (RCE) einig. Mag. Mader versteht sich mit dem RCE Styria als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher und gelebter Nachhaltigkeit und hat vor diesem Hintergrund das Ökodorf-Projekt an die Uni-Graz gebracht.

Uni-Graz fruchtbarer Boden für das „Keimblatt“

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Ziel: Nachhaltigkeit und Lebensqualität
Mit Herrn Dr. Gerald Steiner vom Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung und Frau Dr. Filippina Risopoulos, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Uni-Graz fanden sich zwei weitere PartnerInnen für dieses Projekt. „In Österreich steckt die Ökodorf-Idee noch in den Kinderschuhen – wir wollen uns um eine ‚wissenschaftliche Sohle’ bemühen“, meint Dr. Gerald Steiner. „Natürlich begleiten wir auch das Kind im Schuh beim Erwachsenwerden“, ergänzt Dr. Filippina Risopoulos. Beide WissenschafterInnen werden mithilfe ihrer StudentInnen im Rahmen von Seminararbeiten Fragen erörtern wie z.B. „welchen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen hat eine Region durch die Gründung eines Ökodorfes?“ Im Detail werden in diesem Zusammenhang Themen wie „Einfluss auf die regionalen Ökosysteme“ , „Verbesserung der regionalen Infrastruktur, der Arbeitsplatzsituation und der Kaufkraft“ etc. behandelt.

Forschungsobjekt gelebte Nachhaltigkeit

Auch Herr o.Univ.-Prof. Friedrich M. Zimmermann, Gründungsvizedekan der Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz steht dem Brückenschlag zwischen KEIMBLATT ÖKODORF und der Uni-Graz positiv gegenüber: „In einer Zeit, in der wir auf Kosten zukünftiger Generationen verstärkt Naturkapital verbrauchen, profitiert eine zunehmend verunsicherte Gesellschaft enorm vom Studium realer Lebensentwürfe, die alle Facetten der Nachhaltigkeit mit einbeziehen.“ Der Grazer Vize-Dekan beruft sich dabei auf seine Forschungsarbeiten im Bereich der nachhaltigen Regionalentwicklung und aktuell auf eine Studie der Universität Kassel, die den Grad der Nachhaltigkeit verschiedener Lebensweisen für die Bereiche Wohnen, Mobilität und Ernährung vergleicht. Berechnet wurde dafür der CO2-Äquivalenten-Austoß des deutschen Bundesdurchschnittes und dreier Gemeinschaftsprojekte. Das Ökodorf Sieben Linden (D) liefert laut dieser Studie den höchsten Grad an Nachhaltigkeit. Herr Wytek unterstreicht diese Ergebnisse: „Wir können es uns nicht mehr leisten, einzelne Bereiche der Nachhaltigkeit getrennt voneinander zu betrachten. Es braucht ein ganzes Dorf, um Nachhaltigkeit besser erlebbar und erforschbar zu machen. Österreich sollte diese Chance nützen und die entsprechenden Initiativen mit den vorhandenen Forschungskompetenzen verknüpfen.“


Weiterführende Links:
www.oekodorf.or.at
www.rce-graz.at
www.uni-graz.at/geowww/geo/neu/
www.uni-graz.at/isis/
www.usf.uni-kassel.de/glww/index.htm
www.gen-europe.org

Für Rückfragen:
Ronny Wytek, KEIMBLATT ÖKODORF, Tel.: 0676/922 14 33, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Letzte Änderung amSamstag, 01 Dezember 2007 16:50

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