Schoko-Nikolos enthalten größtenteils Gentechnik

Greenpeace-Einkaufsratgeber Marktcheck empfiehlt nur drei Produkte
Wien (OTS) - Bereits zum dritten Mal in Serie hat der Greenpeace-Einkaufsratgeber marktcheck.at Schokolade-Nikolos auf ökologische, soziale und Tierschutz-Kriterien überprüft: Von den insgesamt 37 getesteten Produkten sind lediglich drei sowohl fair gehandelt wie auch umwelt- und tierfreundlich hergestellt, und zwar zwei Produkte der Firma Zotter sowie eines von EZA.

Die Nikolos aller bekannten Schokoladen-Produzenten wie etwa Milka, Lindt, Hauswirth, Ferrero, Hofbauer, Nestle, Riegelein, Manner oder Heindl schneiden in allen drei Kriterien vielfach nur "kritisch" oder gar "ungenügend" ab.
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Milka, Lindt, Manner & Co schneiden schlecht ab


Die Schoko-Nikolos wurden auf Umweltfreundlichkeit (Inhaltsstoffe, Transport, Verpackung, Gentechnik), artgerechte Tierhaltung und soziale Aspekte getestet. Zwei Drittel des für die Schokolade-Produktion verwendeten Kakaos kommen aus Westafrika, wo rund 300.000 Kinder in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen auf Kakao-Plantagen eingesetzt werden.

Ein weiteres Problem bei der Schokoladen-Herstellung ist die Verwendung von Trockenmilchpulver von Kühen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Zwar werden in Österreich derzeit mehr als achtzig Prozent der Trinkmilch gentechnikfrei produziert, bei der Herstellung von Schokolade wird aber fast ausschließlich  Trockenmilch-pulver eingesetzt. Zudem bietet sich den Konsumenten aufgrund einer Lücke in der EU-Gentechnik-Kennzeichnung noch keine Möglichkeit, konventionelle Lebensmittel mit tierischen Zutaten, die unter Einsatz von Gentech-Tierfutter hergestellt werden, erkennen und damit gezielt vermeiden zu können.

Deshalb hat Greenpeace die Hersteller konventioneller Schokolade-Produkte kontaktiert und gefragt, ob sie Trockenmilchpulver von Kühen verwenden, die gentechnisch verändertes Futter fressen. Von den angefragten Firmen hat aber keine einzige geantwortet. "Wir müssen also davon ausgehen, dass Gentech-Pflanzen an die Kühe verfüttert werden", erklärt Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. "Neunzig Prozent der Österreicher lehnen Gentechnik in Lebensmittel strikt ab, und genügend Milch aus gentechnikfreier Produktion wäre ebenfalls vorhanden. Also bleibt nur eine Folgerung: Die befragten Schokoladen-Produzenten stellen ihre Gewinn-Maximierung weit über die Wünsche des Großteils der Kunden", kritisiert Sprinz.

Da drei Viertel der untersuchten Nikolo-Schokoladen mit konventioneller Milch aus Massen-Tierhaltung hergestellt wurden, konnten diese Produkte auch bei der Tierschutz-Bewertung nur ein "ungenügend" erreichen. "Wer also mit gutem Gewissen Schokolade schenken will, sollte sich für Produkte aus fair gehandelter Bio-Schokolade entscheiden", empfiehlt Sprinz.

Rückfragehinweis:

http://marktcheck.greenpeace.at/nikolaus.html
Claudia Sprinz, Greenpeace CEE; Tel: 0664-6126731

 

Letzte Änderung amSonntag, 21 November 2010 19:37

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