Bericht über Humus-Fachtag und Symposium 2012 in der Ökoregion Kaindorf

Humusaufbau zur Steigerung der CO2-Speicherung in Böden und zur Bekämpfung von Hungersnot.

Die Ökoregion Kaindorf möchte mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Wärmeversorgung, Verkehr, Stromerzeugung und Konsumverhalten aktiven Klimaschutz betreiben und zudem insbesondere den Humusgehalt bzw. die CO2-Speicherung der landwirtschaftlichen Böden steigern. Mittlerweile machen über 90 Landwirte mit insgesamt mehr als 320 Hektar beim Humusaufbau-Projekt der Ökoregion mit. Viele darauf wachsende Gemüse-Produkte werden bereits als eigene „Humusaufbau-Produkte" verkauft.
Humus-Fachtag 2012

Am Donnerstag, 19. Jänner 2012 fand für alle Interessierten (Landwirte und Konsumenten) in der Kulturhalle Kaindorf wieder der Humus-Fachtag statt. Es wurden die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten der Bodenverbesserung sowie die Erfolge und Erfahrungen mit den Versuchsflächen präsentiert. Praktiker referierten über neue Ansätze in der Ackerbewirtschaftung, über die Möglichkeiten des Abschwemmungsschutzes, den Einfluss der Gründünung der Wasserspeicherfähigkeit etc.

Wie jedes Jahr, wurden wieder Humuszertifikate an jene Landwirte vergeben, die Humus auf ihren Flächen aufgebaut haben. Um 7:15 Uhr wurde der Film „Humus – die vergessene Klimachance" gezeigt.

Humus-Symposium 2012

Am Freitag, 20. Jänner 2012 gab es ein wissenschaftliches Symposium, bei dem heuer insbesondere der Einsatz von Pflanzenkohle bzw. Terra Preta Berücksichtigung fand. Unter anderem wurden folgende Fragen behandelt:

Welche Rolle spielt sie bei der Reduktion von Treibhausgasen in der Atmosphäre?

Welche mikrobiologischen Leistungen vermag sie zu erbringen?

Welche neuesten Ergebnisse gibt es aus Sicht der Forschung?

Abschließend wurde die erste Pflanzenkohleproduktionsanlage Österreichs präsentiert und bei einer anschließenden Exkursion auch im laufenden Betrieb gezeigt.

Vortrag Hans-Peter Schmidt: Humusaufbau statt Hungersnot
Über eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Hunger. Hauptgrund ist die Zerstörung der landwirtschaftlichen Böden durch ungeeignete Bewirtschaftungsmethoden. Zynisch predigt die Politik, dass die erwarteten 9 Milliarden Menschen nur durch Intensivierung der Landwirtschaft mit synthetischen Düngemitteln, Pestiziden, genmodifiziertem Saatgut und großen Maschinen ernährt werden können, obwohl genau das bereits heute der Grund für die schlimmste Hungersnot der Menschheitsgeschichte ist. Wissenschaftlich ist hinreichend nachgewiesen, dass einzig ein gezielter Humusaufbau in den Entwicklungsländern die Ernährung der Bevölkerung sichern kann. Die Erntemengen würden linear mit der Erhöhung der Humusgehalte zunehmen, gleichzeitig würde CO2 aus der Atmosphäre entzogen und die Umwelt stabilisiert. Zum gesamten Artikel von Hans-Peter Schmidt

Dr. Wilfried Hartl/Bioforschung Austria präsentierte praxisbezogenen Beispiele in Kaindorf http://www.unserboden.at/files/lw_und_boden_hartl.pdf

Auch das Thema einer nachhaltige Energieversorgung aus einem Energiemix von Erneuerbaren Energien stand im Mittelpunkt bei diesem Event. Besonders der Land- und Forstwirtschaft kommt in diesem Bereich eine zentrale Schlüsselrolle zu, die raschest genützt werden soll.

Quellen & weitere Infos:

Letzte Änderung amMittwoch, 25 Januar 2012 08:23

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