Bienensterben: Effizientes Lobbying des Verbandes der Chemischen Industrie für bienenschädigende Neonicotinoide

Die Biene sorgt für unsere Nahrung - tun auch wir etwas für sie! Foto:imkereizentrum.at Die Biene sorgt für unsere Nahrung - tun auch wir etwas für sie! Foto:imkereizentrum.at

Setzt euch für die Bienen ein - die NEONICOTINOID-PETITION der Imkerin Waltraud Schmid läuft noch 44 Tage.

Am 20.2.2013 fand der öffentliche EU-Agrarausschuss zum Thema Neonicotinoide statt. Die Europäische Kommission reagiert damit auf einen aktuellen Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der die Risiken von Insektiziden für die Bienen untersucht hat. Die Neonicotinoide stehen im Verdacht, maßgeblich für das Bienensterben in Europa verantwortlich zu sein. Die EFSA stellte klar, dass ein Risiko insbesondere bei Anwendung bei Blütenpflanzen gegeben ist. Folglich müssten nach Rechtsgrundlage der EU, die hochgiftigen Pflanzenschutzmittel verboten werden. Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten deshalb aufgefordert, zwei Jahre lang auf die umstrittenen Pestizide zu verzichten. Ein EU-Expertenkomitee sollte über ein mögliches zweijähriges Pestizid-Moratorium abstimmen und bis März sollte der Gesetzesentwurf stehen und könnte bereits am 1. Juli in Kraft treten.

Sehr effizientes Lobbying des Verbandes der Chemischen Industrie – auch der österreichischen chemischen Industrie – durch Verharmlosung der EFSA-Studie führte bei diesem Agrarausschuss dazu, dass die Entscheidung über ein Moratorium verschoben wurde und erst im März stattfindet. Große Pflanzenschutzmittel-Konzerne hatten für den Fall eines Verbots Klagen angekündigt und eine Studie präsentiert, der zufolge im Verbotsfall ein Schaden von 17 Milliarden Euro entstünde und tausende Arbeitsplätze gefährdet wären. Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000, meint dazu: "Das Verbot der Neonicotinoide ist für das Überleben der Bienen, und damit indirekt auch für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten, essentiell. Es darf nicht sein, dass die Politik in einer Angelegenheit, die für die Lebensqualität zukünftiger Generationen von entscheidender Bedeutung sein wird, vor den Drohungen der Industrie in die Knie geht."

Diskussion der EFSA-Risiko-Studie im Agrarausschuss des EU-Parlaments vom 20.2.2013

Wenn sich die EU-Kommission nun der chemischen Industrie beugt und sich nicht mehr nach dem Vorsorgeprinzip an den wissenschaftlichen Studien der EFSA ausrichten würde, wäre das eine der größten Schandtaten der EU-Exekutive. Die Leidtragenden wären die Bienen und sonstige Nutzinsekten und letztlich die Menschen selbst.

Damit dem nicht so wird, wäre es zu begrüßen, dass wir alle nochmals die „Neonikotinoid-Petition“ pushen – und dass wir uns alle nochmals bemühen, das Moratorium der Neonikotinoide durch die EU-Kommission entsprechend den EFSA-Studien einzufordern.

Jetzt NEONICOTINOID-PETITION der Imkerin Waltraud Schmid unterstützen!

Waltraud Schmid: "Ich bin Imkerin im Weinviertel und in großer Sorge um meine Bienen. Seit mehreren Jahren imkere ich in einem Gebiet, in dem mit Pestiziden nicht gespart wird. In vielen Regionen Österreichs sind jedes Jahr  Bienenvolkverluste durch die neuen Beizmittel in der konventionellen Landwirtschaft zu beklagen. Aus aktuellem Anlaß – auf europäischer Ebene wurde durch die Lebensmittelbehörde (EFSA) eingeräumt, dass Neonicotinoide bienenschädigend wirken – habe ich nun auch eine Petition für ein Verbot in Österreich ins Leben gerufen. Jede Stimme gegen die Neonicotinoide ist eine Stimme für Bienen, Wildbienen, Hummeln und andere nützliche Bestäuber. Jede Stimme setzt ein Zeichen für eine neue Landwirtschaft und für eine neue Landschaft – in denen dem Blütenreichtum und der Artenvielfalt wieder Raum gegeben werden kann."

Wer noch mehr tun möchte - hier noch ein paar Möglichkeiten:

  • Auf der Petitionsseite gibt es die Möglichkeit Unterschriftenlisten zum Ausdrucken herunterzuladen (für Unterschriften auf Papier und Personen, die keinen Zugang zum Internet haben) - diese haben einen Code und können dann ausgefüllt wieder hochgeladen werden
  • email (hier ein Entwurf) an BM DI Nikolaus Berlakovich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und/oder die Pressesprecherin Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

GLOBAL 2000 Presskonferenz am 26.2.2013: Verbot der bienengefährlichen Neonicotinoide gefordert!
Dienstag, 26. Februar 2013 um 10:00 Uhr, Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien
Am Podium: Toni Reitinger, Imkermeister aus Oberösterreich Roland Netter, Imker aus Niederösterreich DI Dr. Stefan Mandl, Erwerbsimker aus Niederösterreich und Bienenforscher DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 wird hier die Zahlen und Fakten präsentieren, die zeigen, in welchem Umfang große Pflanzenschutzmittel-Konzerne schon bisher durch eine Flut an gerichtlichen Klagen die EU-Kommission unter Druck setzen, durch intensives Lobbying Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen und ihnen nahestehende "Experten" in wichtige Entscheidungsgremien wie die europäische Zulassungsbehörde EFSA aber auch nationale Institute "einschleusen". Insbesondere werden mögliche Verquickungen zwischen der Chemischen Industrie und der österreichischen Zulassungsbehörde AGES sowie InteressensvertreterInnen der heimischen Landwirtschaft beleuchtet.

Bienen spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt unserer Pflanzenwelt
Zwischen 1985 und 2005 sind rund 16 Prozent der europäischen Bienenvölker verschwunden. Vom Rückgang besonders stark betroffen sind Großbritannien, Tschechien, Schweden – und Deutschland, heißt es in einer EU-finanzierten Studie. Bestäuberinsekten wie Honig- und Wildbienen helfen bei der Befruchtung von rund 84 Prozent der 264 europäischen Getreide- und 4.000 Gemüsesorten. Damit tragen sie geschätzte 22 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaftsleistung bei, so die Studie. Wenn wir auch in Zukunft noch bezahlbares Obst und Gemüse essen wollen oder uns einen Apfel aus dem Garten holen möchten, können wir es uns nicht leisten, dem Bienensterben weiterhin tatenlos zuzuschauen.

Wir werden alle mit einer Vielfalt an Pflanzen, Blüten und Früchten durch die Bestäubungsarbeit der Bienen beschenkt - jetzt können wir etwas für sie tun!


Aussender & Quellen:

Waltraud Schmid aus Stranzendorf, Österreich - Petition

Josef Hoppichler - email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

GLOBAL 2000

Weitere Quellen:

Biene Österreich

EurActiv.de: Bienensterben: EU prüft befristeten Pestizid-Verzicht

agrarheute.com: Nikotinoide-Studie der EFSA ruft kontroverse Reaktionen hervor

Letzte Änderung amMontag, 25 Februar 2013 11:49

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