Cinema Paradiso: SCHWERPUNKT LANDWIRTSCHAFT mit Ö-Premiere: Good Food Bad Food

Cinema Paradiso: Filme über die Lebensmittelproduktion. Foto: Lukas Kroupa Cinema Paradiso: Filme über die Lebensmittelproduktion. Foto: Lukas Kroupa

Außerdem: Farmer John, FOOD Inc., Schwarzbuch Landwirtschaft (Lesung), La terra(e)strema

Schwerpunkt Landwirtschaft
Cinema Paradiso widmet der Produktion unserer Nahrungsmittel einen umfangreichen Schwerpunkt im Jänner. Filme, Diskussionen und eine Lesung gewähren einen vielfältigen Blick hinter die Kulissen der Landwirtschaft und stellen Alternativen zur herkömmlichen Massenproduktion vor.

Programm:
Good Food, Bad Food - 10.1.11, 20.15 Uhr
La terra(e)strema OmU - 16.1.11, 11 Uhr
Famer John OmU - 18.1., 20.15 Uhr
FOOD, INC. OmU- 20.1.11, 20.15 Uhr
Lesung - Hans Weiss - Schwarzbuch Landwirtschaft - 24.1.11, 20.15 Uhr

Good Food, Bad Food (Ö-Premiere + Diskussion)

Einen Film der dort anknüpft, wo Erwin Wagenhofers "We feed the world" aufgehört hat. Regisseurin Coline Serreau überzeugte zuletzt mit dem Komödien-Hit "Saint Jacques - Pilgern auf Französisch".

Jetzt kehrt sie zu ihren dokumentarischen Wurzeln zurück und zeigt in ihrem entlarvenden und informativen Film lokale Alternativen zum globalen Raubbau an unseren Ressourcen auf. Dabei setzt sie auf die Kraft akribisch recherchierter Fakten und verzichtet weitgehend auf Horror-Bilder - wenngleich Aufnahmen von industriell zu Tode gepflügter Erde im Gegensatz zu lockerer, von Mikroben bevölkerter Erde den Wahnsinn moderner Massenproduktion hautnah vermitteln. Serreau zeigt aber nicht mit den Fingern auf die Schuldigen. Von Frankreich nach Indien über Brasilien, die Ukraine, Schweiz und Marokko führt die Reise. In den Interviews mit engagierten Bauern, Wirtschaftsphilosophen, Pionieren der ökologischen Landwirtschaft, Ernährungswissenschaftlern, Agraringenieuren, Umweltwissenschaftlern, Kolchosenleitern oder Repräsentanten der Landlosenbewegung MST zeigt sie Alternativen auf. Die Wiederherstellung der Saatenvielfalt und Verbesserung der Bodenqualität ist eine Überlebensfrage für die Menschheit, wie auch der individuelle oder kollektive Widerstand gegen weltweit agierende Konzerne.

10.1.11, 20.15 Uhr, Österreich-Premiere + Diskussion mit: OA Doz Dipl.-Ing. Dr. med. Hans Peter Hutter (ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt, MedUniWien), Mag. Natascha Prey E(rnährungswissenschaftlerin, Umweltberatung NÖ), Robert Paget (Slow Food NÖ), Kary Nowak (BIONIERE Österreich); In Kooperation mit EVI-Naturkost Naturwaren


La Terra(e)strema OmU

Der Film "La Terra(e)Strema" bewegt sich vom Osten in den Westen Siziliens. Die Filmemacher durchqueren die Insel und entdecken auf den Straßen, Feldern und Marktplätzen die Misere des Landlebens. Es kommen jene zu Wort, die für die urbane Welt unsichtbar geworden sind: der kleine Landwirt, der für wenig Geld arbeitet und zu seinem eigenen Tagelöhner geworden ist; der ausländische Tagelöhner, der meist ohne Vertrag und ohne Unterkunft arbeitet, dazu verdammt, sich heuchlerischen Gesetzen und Verordnungen, die die Einreise und Einwan-derung regeln, zu beugen.

"La Terra(e)strema" ist die spannende Exkursion durch die desolaten Regionen der globalisierten Agrarwirtschaft und entwirft einen konkreten Blick auf den Zusammenhang von Arbeit und Migration in Europa. Profiteure dieses Systems sind lediglich die multinationalen Konzerne und der globale Lebensmittelmarkt.

16.1.11, 11 Uhr, Cinema Breakfast mit Diskussion: Enrico Montalbano (Regie), Angela Huemer (Filmemacherin, Journalistin m. Schwerpunkt Migration), Dieter A. Behr (Dissertation zum Thema) In Kooperation mit den Grünen St. Pölten


FARMER JOHN


"Farmer John" ist die epische, witzige Geschichte des einzelgängerischen Bauern John Peterson und seines Hofes "Angelic Farms" in Caldedonia, im US-Bundesstaat Illinois.

Peterson ist in der ländlichen Heimatgemeinde ein Außenseiter. Er kämpft gegen Wirtschafts-krisen und das große Farmensterben. Als er endgültig erkennt, dass er seine Bestimmung auf den Feldern einer ökologischen Landwirtschaft findet, wird der einst angefeindete künstleri-sche Freigeist zur Leitfigur für ein neues Selbstbewusstsein im Bauernstand des Landes. Heute ist der Hof "Angelic Organics" eine der größten "Community Owned Farms" (also ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht von Familien auf Anteilsbasis betriebener Direkt-Erzeugerhof) in den USA, die Woche für Woche mehrere tausend Familien im Großraum von Chicago mit frischem, organisch erzeugtem Gemüse versorgt.


FOOD, Inc.


Was wissen wir eigentlich über unsere Lebensmittel? Grasende Kühe auf Milch- und Käsepackungen, ein idyllischer Orangenhain auf dem Etikett der Saftflasche - das ist es, was die Nahrungsmittelindustrie dem Konsumenten weismachen will. Und der glaubt das nur allzu gerne, denn die Wirklichkeit der Lebensmittel-produktion lässt einem den Appetit vergehen. Food Inc. zeigt drastisch, dass Lebensmittel längst zum von globalen Multis kontrollierten Milliardengeschäft mit bedenklichen Nebenwirkungen verkommen sind. Die Konzerne bestimmen nicht nur, was wir essen, sondern auch, was wir über unser Essen wissen dürfen. Zur Wahrung ihres Profites schrecken sie nicht davor zurück, die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel zu setzen.

"Iss keinen Bissen mehr, bis du "Food, Inc." gesehen hast - eine unverzichtbare Dokumentation!" Rolling Stone

Oscar 2010: nominiert als beste Dokumentation


SCHWARZBUCH LANDWIRTSCHAFT

Hans Weiss, Spezialist für brisante Themen (zuletzt „Korrupte Medizin”), hat nun in der Landwirtschaft akribisch recherchiert. In seinem Buch „Schwarzbuch Landwirtschaft” schreibt er über Steuerprivilegien, Fördermillionen für Funktionäre, den hoch subventionierten Zuckermarkt, den Umgang mit widerspenstigen Milchbauern. Weiss erklärt, dass die Subventionen für die Landwirtschaft in Österreich nicht gerecht verteilt sind, weil auch Millionäre und Privatstiftungen mit großen Summen unterstützt werden. Er rechnet vor, dass von den 2,2 Milliarden Euro Agrarförderungen, die jährlich in die österreichische Landwirtschaft fließen, nur ein Teil dem eigentlichen Ziel, die Existenzsicherung der heimischen Landwirte, dient. Weiss zieht ein ernüchterndes Resümee: Die Großen werden Größer und die Kleinen sperren zu.

24.1.11, 20.15 Uhr, Eintritt VVK 6 EUR, AK 7 EUR, Club Paradiso 1 EUR ermäßigt
Thalia Buchtipp: „Schwarzbuch Landwirtschaft“, Zsolnay, 16,40 EUR


Quelle & weitere Infos:

Cinema Paradiso

Letzte Änderung amMittwoch, 12 Januar 2011 11:20

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