Aids bedroht auch die Umwelt

Umweltorganisationen warnen vor negativen Auswirkungen.

Johannesburg (pte/05.07.2007/13:55) - Aids kostet nicht nur Millionen von Menschenleben jährlich, sondern bedroht nach jüngsten Untersuchungen auch die Umwelt massiv. Untersucht haben Wissenschaftler der University of Witwatersrand in Johannesburg http://web.wits.ac.za vor allem die Auswirkungen der Seuche auf die Länder südlich der Sahara, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Beim Treffen der Society for Conservation Biology http://www.conbio.org in Port Elizabeth wurde die Studie präsentiert.
Der Ökologe Wayne Twine hat gemeinsam mit seinen Kollegen die Auswirkungen der Seuche Aids auf die Umwelt untersucht. Demnach wirke sich die Erkrankung in mannigfaltiger Weise auf die Umwelt in den dörflichen Gemeinschaften aus. Am auffälligsten war, dass es in vielen Familien in ländlichen Gebieten durch den Tod eines oder sogar mehrerer Familienmitgliedern zu einer Verarmung gekommen war. Daraus resultierte eine verstärkte Abholzung, weil sich viele Familien elektrischen Strom nicht mehr leisten konnten und auf den billigen Brennstoff Holz zurückgreifen mussten. Auch bei der Ernährung griffen viele Familien vermehrt auf jene Produkte zurück, die sie selbst sammeln oder ernten konnten.

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Aids bedroht auch die Umwelt
Das Forscherteam untersuchte mehrere hunderte Familien in ländlichen Gebieten im Nordosten von Südafrika. In diesen Regionen ist rund jeder vierte Bewohner HIV-positiv. Was die Forscher interessierte, war der Unterschied zwischen jenen Familien, die bereits Opfer zu beklagen hatten zu jenen, die noch intakt waren. Dabei stellten sie fest, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Mortalität und der Verwendung von Brennholz als Energieträger gibt. Doch auch für die Särge der Verstorbenen fallen große Mengen von Holz an. Deutliche Veränderungen gab es bei der Ernährung in jenen Familien, die bereits Verluste zu beklagen hatten. "Heuschrecken sind nun unser Rindfleisch", meinte eine Betroffene gegenüber den Forschern. Der Kauf von Fleisch sei für viele unbezahlbar geworden.

Beim Treffen der Society for Conservation Biology berichteten aber auch andere Forscher über die Auswirkungen der Immunschwächeerkrankung auf die Umwelt. "Allein in unserer Umweltorganisation haben wir zwischen 1995 und 2006 zehn Mitarbeiter verloren", klagt Daulos Mauambeta, Direktor der Wildlife and Environmental Society of Malawi in Limbe. Das sei in sehr vielen Ämtern in Malawi der Fall. "Etwa zwei Prozent der Mitarbeiter in den Nationalparks sterben jährlich", meint Mauambeta, dessen Organisation derzeit auch damit beschäftigt ist, Alternativen für Sargholz zu finden. (Ende)

 

Letzte Änderung amMontag, 23 Juli 2007 17:17

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