Projektverbund MONET kämpft gegen Feinstaub

Innovatives Gerät soll präziser messen und Verursacher finden.
Jena/Ainring (pte/14.08.2007/13:55) - Mit Hilfe eines modernen Messgeräts soll in Zukunft die Feinstaubbelastung schnell erfasst und sogar einzelne Verursacher der Luftverschmutzung identifiziert werden. Am Projektverbund "MONET" arbeiten die G.I.P. Messtechnik GmbH http://www.grimm-aerosol.com, die rap.ID particle Systems GmbH http://www.rap-id.com und die G3 Messtechnik GmbH http://www.g3messtechnik.de gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (Freiburg) http://www.ipm.fraunhofer.de und dem Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena zusammen. Bis Mai 2010 soll das System seine Praxistauglichkeit beweisen.

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Zu hohe Feinstaubbelastung in vielen Städten
Feinstaub ist ein Gemisch von Schwebstoffen in der Außenluft. Experten unterscheiden grobe Stäube mit einem Durchmesser zwischen 2,5 und 100 Mikrometer, feine (unter 2,5 Mikrometer) und ultrafeine Partikel (unter 0,1 Mikrometer). Den Wissenschaftlern ist schon heute bekannt, dass die kleinsten Partikel am gefährlichsten sind. "Je kleiner die Partikel, desto weiter können sie beim Einatmen in den Körper eindringen: feine Partikel bis in die Lungenbläschen, ultrafeine sogar bis ins Blut", so Marion Jürgens vom Forschungsschwerpunkt Biophotonik an der Universität Jena http://www.uni-jena.de im pressetext-Gespräch. "Die Folge sind Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen bis hin zu Lungenkrebs." In der EU wurden daher Höchstwerte für die Feinstaubbelastung eingeführt, die jedoch in vielen Städten immer wieder überschritten werden. Feinstaubquellen sind unter anderem der Straßenverkehr, Kraftwerke, Industrieanlagen sowie Gebäudeheizungen.

Bisher wird Feinstaub routinemäßig durch das Sammeln und Auswiegen der groben Partikel (PM10) erfasst. "Für genauere Informationen ist man auf personal- und zeitintensive Labormessungen angewiesen. Routinemessungen verraten bisher also nur wenig über Gefahrenpotenzial und Herkunft der Staubpartikel", so Jürgens. "Das neue System soll dies nun deutlich verbessern", erklärt Fred Keller von G.I.P. und Projektleiter von MONET gegenüber pressetext. Die Herausforderung ein solches Messsystem zu konzipieren, sei sehr spannend, meint der Experte. "Es geht nämlich darum, auch die feinsten Partikel bis im vollautomatischen Vor-Ort-Betrieb zu erfassen."

Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen, denn zunächst werden die Staubpartikel unter UV-Licht in organische und nicht organische Teilchen klassifiziert. "Die organischen Teilchen leuchten unter sehr kurzwelligem Licht auf." Anschließend werden die Teilchen mit molekülspektroskopischen Methoden wie etwa UV-Vis-Absorptions- und Raman-Spektroskopie untersucht. "Bei dieser Betrachtung kann man die Teilchen ganz genau bestimmen und dem jeweiligen Verursacher zuordnen", so Keller. Das Verfahren erlaubt es nämlich, die Partikel in typische Emissionsklassen wie etwa Mineralstoffen, Reifenabrieb oder verschiedenen Russarten zuzuordnen. "Ein solches Gerät würde natürlich einen wesentlichen Fortschritt in der Messtechnik bedeuten", zeigt sich Keller überzeugt. Es sei allerdings ein langer und schwieriger Weg bis dorthin zu gehen, so der Wissenschaftler abschließend im pressetext-Interview.

Quelle: Pressetext Austria

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 16 August 2007 17:13

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