Meer ohne Fische: Ein Buch über Profit und Welternährung

Wien (pte/25.08.2007/13:55) - R E Z E N S I O N - Weltweit stehen nicht nur die verschiedensten Fischarten vor dem Aussterben, sondern die Zukunft mit dem gesamten maritimen Leben steht auf dem Spiel. Das Buch "Meer ohne Fische? Profit und Welternährung", das im Campus Verlag http://www.campus.de erschienen ist, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt der Weltmeere und ihrer Bewohner. Dabei legen die Herausgeber nicht nur Wert auf die aktuelle Sachlage, sondern bieten auch Einblicke in die Geschichte des Fischfanges.

News wie jene des taiwanesischen Tunfisch-Trawlers "Sheng Yi Hsing No.16", der am 15. August 2007 in den Hoheitsgewässern der mikronesischen Inselgruppe Palau aufgehalten wurde, keine Besonderheit. An Bord des Schiffes konnten die Behörden des Palau Bureau of Marine Resources 650 Haifischflossen, zehn Haiköpfe und rund 94 Haifischkörper und eine Reihe von Fischen wie Marlin, Mahi-Mahi, Wahoo und Barrakudas sicherstellen. Keiner der Fische war in den offiziellen Logbüchern des Fischkutters eingetragen. Noch dazu ist das Fangen von Haien nach den lokalen Gesetzen Palaus verboten. Experten wissen längst, dass dies nur ein Beispiel in einer Reihe ähnlich gearteter Fälle ist. In den Weiten des Pazifiks ist eine lückenlose Fangkontrolle kaum möglich. Dieser Fall wurde auch nur aufgrund eines Abkommens zwischen der US-Navy, den Vereinigten Staaten Mikronesiens und Palau bekannt geworden.

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1/3 des Fischfangs landet als Abfall im Meer
Und es ist nicht nur die illegale Fischerei, die den Weltmeeren zusetzt, sondern ganz besonders auch der legale Fischfang, dessen hoch technisierten Fangflotten die Meere auf der Suche nach den großen Fischschwärmen mit modernster Technologie durchpflügen. Und das ist kein Wunder. Der Handel mit Fischprodukten wird jährlich auf einen Wert von 70 Mrd. Dollar geschätzt. Und am größten Fischmarkt der Welt, dem Tsukiji in Tokio, wird Fisch bereits heute mit Gold aufgewogen. Pro Tag werden hier 2.400 bis 4.000 Tonnen Fisch verkauft. Dass ein einzelner Tunfisch bis zu 10.000 Dollar kostet, ist keine Seltenheit. Bei den Auktionen am Tsukiji-Fischmarkt werden in nur eineinhalb Stunden Fische und Meeresfrüchte im Wert von 25 Mio. Dollar versteigert.

Auf der Strecke könnten auf der Suche nach dem Nahrungsmittel Fisch allerdings schon bald jene Länder bleiben, die nicht über die Hochtechnologie und die Fangmethoden verfügen, um die verbliebenen Fische aufzuspüren. Nach Berechnungen der FAO ernähren sich 3,5 Mrd. Menschen von Fisch. Im Vergleich zur nachhaltigen Befischung, die in sehr vielen Entwicklungsländern immer noch zum täglichen Brot gehört, holen die Hightech-Trawler wie etwa die irische "Atlantic Dawn" am Tag bis zu 400 Tonnen Fisch aus dem Meer. Um diese Menge zu fangen, bräuchte ein lokaler Kleinfischer zehn Jahre. Doch das allein ist nicht das Problem: Denn die Methoden, mit denen die Fische gefangen werden, zerstören den Meeresboden und sorgen für gigantische Mengen an Beifang. Jeder dritte gefangene Fisch kann von den hochspezialisierten schwimmenden Fischfabriken nicht verarbeitet werden und landet als Abfall - zumeist verendet - im Meer.

Es sind sehr viele Aspekte, die in dem Buch "Meer ohne Fische" beleuchtet werden. Viele Informationen mögen zwar nicht neu sein, blieben aber bis dato von den meisten Menschen unbeachtet - und das obwohl Ökologen und Biologen vor dem drohenden Overkill warnen. Wer Genaueres über den Status-quo der Weltmeere erfahren und eventuell auch Schritte dagegen unternehmen will, sollte zu diesem Buch greifen.

Quelle: Pressetext Austria

 

Letzte Änderung amMontag, 27 August 2007 11:33

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