Zu hohe Feinstaubbelastung in Wien

Global 2000 : Feinstaubbelastung in Wien überschreitet 2007 bereits zum 43. Mal gesetzliche Grenzwerte.

Wien (19. Dezember 2007). Anlässlich der momentan extrem hohen Feinstaubbelastung kritisiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 das Versagen der Wiener Landesregierung bei der Lösung des Feinstaubproblems. Dieses Jahr ist erneut eine gefährliche Konzentration an Feinstaub zu verzeichnen, die sowohl österreichischem als auch europäischem Recht widerspricht. Und das, obwohl die Wintermonate zu Jahresbeginn sehr mild waren und somit wenig Belastung durch intensives Heizen und Straßensplit anfiel.

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Illegal hohe Feinstaubbelastung in Wien
„Laut offiziellen Messergebnissen wurde an der Station Liesing schon in den ersten sieben Monaten an mehr als 30 Tagen eine Überschreitung des Tagesmittelwertes von 50 µg Feinstaub pro Kubikmeter Luft verzeichnet. Selbst bei einem extrem milden Winter ist die Wiener Stadtregierung offensichtlich nicht in der Lage, die Bevölkerung vor unerlaubt hohen und gesundheitsschädlichen Feinstaubkonzentrationen zu schützen“, kritisiert Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000. Bis dato wurde die Feinstaubbelastung von mehr als 50µg an den Messstationen Liesing 43 Mal und in der Taborstraße 40 Mal überschritten. Erlaubt sind aber nur 30 Überschreitungstage pro Jahr. Die Staubkonzentrationen verstoßen inzwischen auch schon gegen EU-Recht, das 35 Überschreitungstage pro Jahr zulässt. Dass die illegal hohen Feinstaubbelastungen in Wien hausgemacht sind, beweisen die Messergebnisse der Station Lobau, wo die Wiener Hintergrundbelastung aufgezeichnet wird. Dort wurde der 50µg-Tagesmittelwert nur zwei Mal überschritten.

GLOBAL 2000 fordert, dass in den österreichischen Ballungsräumen endlich wirksame Maßnahmen gegen die illegal hohe Feinstaubbelastung gesetzt werden. „Die Landeshauptleute und der Gesetzgeber dürfen sich auch nicht davor scheuen, an Tagen mit hoher Staubkonzentration Fahrverbote zu verhängen. Damit könnte die Feinstaubbelastung rasch und wirksam reduziert werden“, so Högelsberger. Ein positiver Nebeneffekt dieser Maßnahme wäre auch die Reduktion der Treibhausgase. Der Klimaschutzeffekt würde dabei mehr als eine halbe Million Tonnen an CO2-Äquivalent pro Jahr ausmachen.

 

Letzte Änderung amDienstag, 08 Januar 2008 00:35

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